Johannes Lerle

Christliche Schriften gegen den Zeitgeist

 

Schwert und Kelle, Nr. 1, März 2015

 

Anliegen dieser Zeitschrift

 

In dem großen Glaubens- und Lehrdurcheinander kommt das Gottesvolk auf zweierlei Weise vom richtigen Wege ab: Der eine Irrweg ist der der „Ökumene“. Im hohenpriesterlichen Gebet bittet Jesus, „damit sie alle eins seien“ (Joh. 17,21). Das, was nur Gott tun kann, das äfft der Teufel nach. Während die wahre Einheit der Gotteskinder eine Einheit auf dem Pfosten der Wahrheit ist, gaukelt der Teufel eine scheinbare Einheit auf Kosten der Wahrheit vor. Als Erfolg gilt die Einheit der Menschen untereinander, doch die fehlende Übereinstimmung mit dem Gotteswort wird ausgeblendet. Am Anfang waren die Abweichungen von den Wegen Gottes scheinbar nur gering. Lutheraner und Reformierte wollten sich im gemeinsamen Kampf gegen den Katholizismus näherkommen. Später ging es um Einheit mit Katholiken gegen Atheismus und Islam. Heute wird behauptet, gemeinsam mit den Moslems an den Gott Abrahams zu glauben. Jesus sagt dem Pilatus: „Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme“ (Joh. 18,37). Doch nach dem heutigen antichristlichen Zeitgeist gäbe es überhaupt keine unveränderliche absolute Wahrheit, sondern lediglich sich ständig ändernde menschliche Auffassungen, auch wenn sie als „Wahrheit“ bezeichnet werden. Weil auch „Gläubige“ dieser antichristlichen Denkweise erliegen, deshalb wird die Stimme Jesu ausgeblendet, und man gibt sich mit Gemeinsamkeiten zwischen menschlichen Meinungen zufrieden.

Ein anderer Irrweg, um das Glaubens- und Lehrdurcheinander zu überwinden, ist das Papsttum. Hören alle auf den Papst in Rom, dann sind die Gläubigen auch untereinander einig – so wird argumentiert. Doch auch durch das Papsttum wird Christus verworfen, denn Jesus sagt: „ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus“ (Matth. 23,8-10). Selbst wenn der Papst die „Kirche“ zusammenhalten sollte, „damit sie alle eins seien“ (Joh. 17,21), dann wäre das lediglich eine „Einheit“ der Menschen untereinander und keine Einheit in Christus, es wäre lediglich eine scheinbare „Einheit“ auf Kosten der Wahrheit und keine wirkliche Einheit auf dem Pfosten der Wahrheit.

Das Spannungsfeld von Ökumene und Papsttum besteht auch in den rußlanddeutschen Gemeinden. In ihnen gibt es unterschiedliche Traditionen in der Lehre. Im Blick auf die Gemeinsamkeiten könnte man die Unterschiede einfach übergehen. Doch das wäre im Kleinen das, was die Ökumene im Großen macht. Doch es gibt auch Gemeinden, in denen ein Bruder faktisch eine Funktion hat wie der Papst in der Katholischen Kirche. Er verkörpert eine Lehrtradition und kann Brüder mit anderen Auffassungen aus der Gemeinde ausschließen. Doch dadurch wird Christus durch die Gemeindeleitung ebenso verdrängt, wie er bei den Katholiken durch das Papsttum als Kirchenoberhaupt verworfen wird. Sind aber in einer Gemeinde zwei prägende Brüder, dann haben wir faktisch zwei Päpste, und es kommt zur Gemeindespaltung.

In dem Maße, in dem Gemeinden überregional zusammenarbeiten, begegnen sich verstärkt die unterschiedlichen Lehrtraditionen, und die soeben beschriebenen Probleme kommen verstärkt ins Bewußtsein. Da nur Christus unser Meister sein darf und kein Papst oder führender Bruder, deshalb müssen wir anhand der Schrift um die Einheit im Glauben ringen. Da es wegen der räumlichen Entfernung nicht möglich ist, in kurzen Abständen für nur zwei Stunden zusammenzukommen, deshalb diese Zeitschrift. Ein Glaubensproblem wird behandelt. In der nächsten Ausgabe mögen die Brüder, die eine andere Erkenntnis haben, darlegen, warum sie die Ausführungen nicht für schriftgemäß halten. In der darauffolgenden oder eventuell in derselben Ausgabe soll darauf entgegnet werden, und so weiter. Auf diese Weise soll um die Einheit im Glauben auf dem Pfosten der Wahrheit gerungen werden.

Ziel ist nicht, das theologische Profil einer Gruppe zu schärfen. Denn wir wollen nicht in dem Sinne lutherisch sein, wie die Korinther paulisch oder apollisch waren. Wir wollen auch nicht unsere Tradition von dem Einfluß anderer Traditionen abschirmen. Denn das ist die Aufgabe des Papstes in der Katholischen Kirche. Sondern wir wollen die Erkenntnis der einen Wahrheit vertiefen. Deshalb sollen auch Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften, z. B. von der Lutherischen Freikirche, der amerikanischem Wisconsinsynode, und der amerikanischem Kirche des Lutherischen Bekenntnisses gebeten werden, mit Argumenten zur Vertiefung des Schriftverständnisses beizutragen. Sind z. B. Baptisten nicht mit dem einverstanden, was über die Taufe geschrieben wird, so sollen auch sie ihre Argumente in das Gespräch einbringen. Gleiches gilt von solchen landeskirchlichen und SELK-Pfarrern, die meinen, in den Gemeinden solle man auch das „Unkraut“ wachsen lassen (Matth. 13,30). Der Verdacht darf gar nicht erst aufkommen, daß irgendwer eine theologische Richtung dadurch vorgeben will, daß er einen Schriftbefund oder Argumente, die ihm nicht ins Konzept passen, verborgen hält.

Der schriftliche Gedankenaustausch könnte durch eine Telefonkonferenz über Skype ergänzt werden. Als gemeinsamer Termin käme wohl nur Samstag 19 oder 20 Uhr in Betracht. Eine Aufzeichnung der Telefonkonferenz sowie frühere Ausgaben von Schwert und Kelle könnten ins Internet gestellt werden. Lehrfragen, über die zu sprechen wäre, wären freier Wille und Entscheidungstheologie, was sich in der Frage der Säuglingstaufe auswirkt. Ein weiterer Themenkomplex wäre das Reich Gottes, das Tausendjährige Reich und der heutige Staat Israel. Ein weiterer Themenkomplex wäre die Stellung zum Gesetz, einschließlich der Sonntagsheiligung. Ein weiterer Themenkomplex könnte Reich Gottes, Kirche und die Zugehörigkeit zur Landeskirche sein.

Neben Lehrfragen im engeren Sinne soll auch aus der Sicht des Glaubens das Heidentum unserer Umgebung betrachtet werden, das Politik und Kultur prägt und die Verfolgung solcher Gläubigen bewirkt, die sich nicht auf dem Breiten Weg „integrieren“ lassen. Es soll um das Spannungsfeld zwischen Jesusnachfolge und der besonders von unseren Kindern geforderten „Integration“ auf dem Breiten Weg gehen. Die Zeitschrift Schwert und Kelle soll auch für Bekanntmachungen und Hinweise auf Veröffentlichungen genutzt werden. Die nächste Ausgabe soll nach zwei Monaten (also im Mai) erscheinen. Doch angedacht ist eine monatliche oder noch häufigere Erscheinungsweise.

 

Predigt über Esther 3,8-9a

„Und Haman sprach zum König Ahasveros: Da ist ein Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Landschaften deines Königreiches; und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden, und die Gesetze des Königs tun sie nicht; und es ist für den König nicht geziemend, sie gewähren zu lassen. Wenn es den König gut dünkt, so werde geschrieben, daß man sie umbringe“ (Esther 3,8-9a). Das sagte der hohe Beamte Haman zu dem persischen König Ahasveros. Die Babylonier, die die Juden weggeführt hatten, waren inzwischen von den Persern besiegt worden. Auch der Tempel in Jerusalem war inzwischen wieder aufgebaut. Die Mauern Jerusalems lagen aber noch danieder. Es waren aber nicht alle Juden zurückgekehrt. Manche lebten noch im persischen Reich, das das babylonische geschluckt hatte. Immer wieder geschieht es, daß Angehörige eines Volkes unter anderen Völkern leben. Nach einigen Generationen haben sie sich mit den Völkern, unter denen sie Fremdlinge sind, vermischt. Doch bei den Juden zur Zeit der persischen Weltherrschaft war es anders.

„Da ist ein Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Landschaften deines Königreiches; und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden“. Gleiches gilt auch für das heutige Gottesvolk. Auch wir sind zerstreut, leben unter gottlosen Nachbarn. Auch wir unterscheiden uns von jedem anderen Volk. Als ich einmal auf den Ehebruch eines beliebten Politikers zu sprechen kam, entgegnete mir eine Frau, daß das diesen Mann nicht disqualifiziere. So etwas komme in jeder guten Ehe vor. Diese Entgegnung zeigt, wie sehr sich das Gottesvolk von allen anderen Völkern unterscheidet, daß es eine sexuelle Minderheit ist, deren Angehörige in ihrem ganzen Leben nur mit einer einzigen Person des anderen Geschlechts zu tun haben. Und diese Andersartigkeit ist vielen ein Ärgernis, wie damals die Andersartigkeit der Juden dem Haman ein Ärgernis war. Er hetzte gegen sie, indem er behauptete: „Die Gesetze des Königs tun sie nicht“. Doch das ist eine Halbwahrheit. Das Gottesvolk hat einen himmlischen König und tut nur dann die Gesetze irgendeines irdischen Königs nicht, wenn dieser seine Kompetenzen überschreitet und sich anmaßt, in ein ihm fremdes Königreich hineinzuregieren, wenn er sich anmaßt, in dem ihm fremden Königreich Gottes irgend etwas zu entscheiden. Das war zum Beispiel der Fall, als der König Nebukadnezar den geladenen hohen Beamten befahl, beim Klang des Hornes, der Pfeife, der Zither, der Sambuke, der Laute, der Sackpfeife und allerlei Art von Musik niederzufallen und das von ihm gemachte goldene Bild anzubeten (Dan. 3). Das war z. B. der Fall, als der König Darius verbot, innerhalb von dreißig Tagen von einem Gott oder Menschen etwas zu bitten außer von ihm, dem König (Dan. 6). Die Juden damals und wir heute sind keineswegs Staatsfeinde. Wir geben dem Kaiser, was des Kaisers ist. Wir geben aber auch Gott, was Gottes ist. Und das auch dann, wenn der Kaiser das für sich beansprucht, was in Wirklichkeit Gottes ist. Die Folgen bestimmt Gott und nicht irgendein irdischer König. Deshalb konnten Schadrach, Meschach und Abed-Nego den Feuerofen und Daniel die Löwengrube überleben. Zwar wurde ein Stephanus gesteinigt, aber für Petrus öffneten sich in der Nacht die Kerkertüren. Damals sollte er noch nicht den Märtyrertod erleiden, sondern erst viel später. Gott hat alles unter Kontrolle. Das zeigt auch das Buch Esther. Nicht daß Esther, Mardokai und andere gottesfürchtig gewesen wären; sondern wie ein Zahnrad ins andere greift, so ließ Gott die einzelnen Ereignisse zeitlich so ineinadergreifen, daß die Juden gerettet wurden.

Der König Ahasveros hatte seine Frau verschmäht und eine neue Königin erwählt. Es handelt sich um die Jüdin Esther. Mardokai, der dieses Waisenkind aufgezogen hatte, saß im Tore des Königs um zu erfahren, wie es Esther ergeht. Dabei erfuhr er von einem Mordkomplott gegen den König Ahasveros (Esther 2,21). Er informiert Esther, und Esther den König. Die Attentäter wurden erhängt, und die Sache wurde in den Akten vermerkt. Ein anderer Vorgang ist, daß Haman enormen Einfluß am königlichen Hof erlangt hat. Alle hatten sich auf Befehl des Königs vor Haman niederzuwerfen. Doch Mardokai tat dies nicht. Das erzürnte Haman. Doch er wollte nicht nur Mardokai töten, sondern alle Juden ausrotten. Ohne zu wissen, daß auch die Königin Jüdin ist, sprach Haman die Worte unseres Predigttextes. Mit den notwendigen Vollmachten des Königs ausgestattet, legte er einen Tag fest, an dem im ganzen persischen Reich alle Juden umzubringen sind. Nachdem Esther davon erfahren hatte, lud sie Haman und den König zu einem Mahl ein. Daß Haman als Einziger neben dem König auch für den nächsten Tag geladen worden war, stärkte sein Selbstbewußtsein noch weiter. Um so größer war sein Grimm, als auf dem Heimweg Mardokai weder aufstand, noch sich vor ihm rührte. Haman ließ einen Galgen errichten in der Absicht, den König darum zu bitten, den Mardokai zu erhängen. Auch die weitere Entwicklung zeigt, wie Gott ein Zahnrad in das andere greifen läßt. Ausgerechnet in dieser Nacht konnte der König nicht schlafen. Er ließ sich die Akten bringen, und es wurde vor dem König der Eintrag gelesen, daß Mardokai eine Attentatsvorbereitung gemeldet hatte. Auf die Frage, welche Ehrung dem Mardokai erwiesen worden ist, erfuhr er, daß ihm keinerlei Auszeichnung zuteil wurde. Doch da kam Haman, um den König zu bitten, Mardokai zu hängen. Hereingerufen, fragte ihn der König: „Was ist dem Manne zu tun, an dessen Ehre der König Gefallen hat?“. In der Annahme, nur er selbst könne gemeint sein, machte er seinen Vorschlag. Daraufhin mußte er die von ihm selbst vorgeschlagene Ehrung dem Mardokai erweisen. Er mußte ihn mit einem königlichen Gewand bekleiden und auf dem Roß, auf dem der König reitet, durch die Stadt führen und vor ihm ausrufen: „Also wird dem Manne getan werden, an dessen Ehre der König Gefallen hat“. Abends beim Mahl mit dem König und der Königin offenbarte Esther, daß sie Jüdin ist und daß der anwesende Haman ihr Volk ausrotten will. Daraufhin ließ der König den Haman an den Galgen hängen, den dieser für Mardokai hatte anfertigen lassen. Der landesweite Befehl, die Juden zu ermorden, konnte zwar aufgrund der damaligen Rechtslage nicht widerrufen werden, aber der König gab einen zusätzlichen Befehl heraus, der ebenfalls von Eilboten in das gesamte Reich getragen wurde: An dem gleichen Tage sollten die Juden vorbereitet sein, sich an ihren Feinden zu rächen. Der Beamtenapparat, auf den die Furcht vor Mardokai gefallen war, unterstützte die Juden. An dem vorgesehenen Tag töteten die Juden viele ihrer Widersacher und richteten unter ihnen eine große Niederlage an.

Wie damals die Juden, so soll auch heute das Gottesvolk ausgerottet werden. Weshalb sollten damals die Juden und weshalb soll heute das Gottesvolk ausgerottet werden? Jedenfalls nicht deshalb, weil man damals gemeint hätte oder weil man heute meinen würde, daß es sich um eine andere Menschenrasse handeln würde. Wie es Haman damals ausgedrückt hatte, so wird es auch heute empfunden: „Da ist ein Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Landschaften deines Königreiches; und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden, und die Gesetze des Königs tun sie nicht; und es ist für den König nicht geziemend, sie gewähren zu lassen“. Die Juden umzubringen, erschien damals lediglich als der einzig praktikable Weg, sie nicht „gewähren zu lassen“. Auf diese Weise ließ man die Propheten und Johannes den Täufer „nicht gewähren“. Auf diese Weise ließ man später die Apostel, die fast alle eines gewaltsamen Todes starben, „nicht gewähren“, ließ die ersten Christen „nicht gewähren“. Hätte Johannes der Täufer den Ehebruch nicht thematisiert und hätten die Apostel die Anweisung befolgt, nicht im Namen Jesu zu predigen, sie wären am Leben geblieben. Weder damals die Juden noch die ersten Christen waren bzw. sind Staatsfeinde. Im Gegenteil: Sie suchen „der Stadt Bestes“. Mardokai hatte einen Anschlag auf den König verhindert. Trotzdem wollte Haman nicht nur den Mardokai töten, sondern auch dessen Volk ausrotten. Als hoher königlicher Beamter verfaßte er die Mordbefehle. Aber indem er den tüchtigsten Leuten, die dem Staat am meisten nutzten, nach dem Leben trachtete, handelte er nicht im Interesse des Königs, sondern verfolgte eigene Ziele und schadete seinem Staat.

Unsere heutige Situation in Deutschland ist mit der damaligen Zeit vergleichbar. Auch heute ist das Gottesvolk zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Landschaften, und dessen Lebensweise ist von der jeden anderen Volkes verschieden. Aber die Andersartigkeit ist zum Wohle des Staates. Ein Strafgefangener kostet dem Steuerzahler jeden Tag ca. 100 Euro. Und in den Gefängnissen sind die Ungläubigen gewaltig überrepräsentiert. Indem die Gläubigen Jesus Christus nachfolgen und folglich keine Straftaten begehen, entlasten sie den Steuerzahler ganz erheblich. Darüber hinaus verabscheuen sie auch solche Sünden, die nicht strafbar sind, z. B. den Ehebruch. Dadurch halten ihre Ehen lebenslänglich. Kinder können sich wesentlich besser entwickeln, als wenn ihre Familien ständig auseinandergerissen und neu zusammengesetzt werden. Dadurch können sie später als Steuerzahler die Sozialhilfe und die Gefängniskosten für die kriminellen Analphabeten erwirtschaften. Da in stabilen Familien auch mehr Kinder geboren werden, tragen sie dazu bei, daß weniger Zuwanderung von kriminellen Arabern benötigt wird. „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben“ (Spr. 14,34) – steht geschrieben. Indem sich die Gläubigen von Christus führen lassen und gegen die Sünde kämpfen, befördern sie das Wohl der Völker, unter denen sie als Fremdlinge leben. Die besten Einwohner umzubringen, ist somit eindeutig gegen die Interessen des Staates. Doch wie der biblische Haman nicht wirklich dem König diente, so suchen die Hamans unserer Zeit nicht das Wohl des Staates, sondern sie wollen die Gesellschaft umgestalten. Und weil sie die Gesellschaft umgestalten wollen, deshalb sind sie nicht bereit, die Gläubigen gewähren zu lassen. Das zeigt mit dankenswerter Offenheit folgende Formulierung von Bundesverfassungsrichtern, die sich wortwörtlich in ihren Nichtannahmebeschlüssen und in Entscheidungen anderer Gerichte findet: “Die Allgemeinheit hat ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten ’Parallelgesellschaften’ entgegenzuwirken und Minderheiten auf diesem Gebiet zu integrieren“.1 Das bedeutet: Die Hamans im Bundesverfassungsgericht und in anderen Gerichten setzen sich wie der biblische Haman mit der „Allgemeinheit“ gleich, deren „Interesse“ sie sich anmaßen zu definieren. In ihrer kriminellen Energie setzen sie sich über die schönklingenden Worte des Grundgesetzes hinweg, die den Einzelnen vor dem Zugriff eines übermächtigen Staates schützen sollen. Der biblische Haman wollte die Juden umbringen. Die heutigen Hamans wollen die Minderheit der Gläubigen auf dem Breiten Weg „integrieren“. Auch das ist Völkermord, und das sogar nach der Definition der zur Zeit geltenden Gesetze.

Denn in Paragraph 6 des „Gesetze(es) zur Einführung des Völkerstrafgesetzbuches“ vom 26. Juni 2002 (BGBl. 2002, Teil I, Nr. 42 S. 2254) heißt es: „Wer in der Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören, … 5. ein Kind der Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe überführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft“. Durch diese Formulierung sollte als Lehre aus der Nazizeit ein erneuter Völkermord verhindert werden. Doch nicht nur der Völkermord an den Juden ist verboten, sondern auch der Völkermord an jedem anderen Volk, also auch der Völkermord am Gottesvolk. Doch das interessiert die Hamans in den Kultusministerien, im Bundesverfassungsgericht und in den anderen Gerichten nicht. Was ist der Unterschied von „integrieren“ und in eine andere Gruppe „überführen“? Die heutigen Hamans im Bundesverfassungsgericht und in anderen Gerichten beabsichtigen den Völkermord am Gottesvolk, indem sie es in Sodom „integrieren“, oder – mit den Worten des Völkerstrafgesetzbuches ausgedrückt – nach Sodom überführen wollen. Denn es ist allgemein bekannt, daß es im Gotteswort heißt: „Weder die Unzüchtigen noch die Götzendiener noch die Ehebrecher noch die Homosexuellen noch ... werden das Reich Gottes ererben“ (1. Kor. 6,9f). Doch die heutigen Hamans haben eine andere Botschaft. In einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wird folgender Satz zustimmend zitiert: „Sexualität als eine der Quellen von Lust und Lebensfreude muß heute auch in der Erziehung junger Menschen ausdrückliche Anerkennung finden. Eine Sexualerziehung, die sich vorwiegend nur negative Ziele setzt, indem sie abschirmt oder unterdrückt, kann den Anforderungen unserer Zeit nicht genügen“2. Das Gottesvolk soll also nicht – wie Haman es ausdrückt – „abgesondert“ leben, sondern die selbstverständlich noch unverheirateten Jugendlichen und Kinder sollen sittlich ebenso verkommen sein wie die Bundesverfassungsrichter, die sich keineswegs am unveränderlichen Gotteswort orientieren, sondern an irgendwelchen angeblichen „Anforderungen unserer Zeit“. Sich wie die Bundesverfassungsrichter am Pöbel orientieren und sich in den Pöbel integrieren, wird als „demokratisch“ gepriesen. Doch die Gotteskinder leben zwar in Sodom, sie integrieren sich aber nicht in dieser verkommenen Gesellschaft. Deshalb waren die Einwohner Sodoms dem Lot feindlich gesinnt, deshalb wollte Haman alle Juden umbringen. Deshalb betreiben die heutigen Hamans ganz bewußt einen Völkermord am Gottesvolk. Wir müssen uns dieser Todfeindschaft bewußt werden.

Damals schien es für die Juden völlig aussichtslos, dem beabsichtigten Völkermord zu entgehen. Die damaligen Begebenheiten sind für uns niedergeschrieben, damit wir erkennen, wie Gott selbst in den hoffnungslosesten Situationen alles unter Kontrolle hat. Dabei baut Gott die Gottlosen in sein Heilshandeln ein. Verschiedene Vorgänge auf unterschiedlichen Ebenen greifen ineinander. Da ist die Jüdin Esther, die genau zum richtigen Zeitpunkt Königin wird. Nicht, daß sie fromm oder heilig gewesen wäre, sondern sie sah auch ihr Leben in Gefahr und handelte. Ein anderer Vorgang ist, daß Mardokai mitbekommt, daß der König ermordet werden soll. Eine andere Sache ist, daß der König in genau der Nacht nicht schlafen konnte, als es aus der Sicht Gottes notwendig war, daß er an Mardokais Aufdeckung des Mordanschlages erinnert wird. Ebenso ist es die Fügung Gottes, daß dem König genau der Teil der Akten vorgelesen wurde, der für den Einfluß Mardokais und für die Rettung der Juden wichtig war. Den Galgen, an den Haman gehängt wurde, hatte dieser am Vortage selbst errichten lassen, wenn auch für Mardokai. Der Mensch denkt und Gott lenkt – sagt ein Sprichwort. Haman dachte, er könne Mardokai aufhängen lassen – doch er selbst wurde an den Galgen gehängt, den er für Mardokai errichten ließ. Haman wollte die Juden ausrotten – doch es starben zu Tausenden deren Widersacher.

Auch heute soll das Gottesvolk ausgerottet werden. Wir mögen mit unserem Glauben ins Grab fahren. Aber die Kinder sind die Zukunft. Deshalb wollen die heutigen Hamans nicht, daß sie eine „religiös oder weltanschaulich motivierte ’Parallelgesellschaft’“ bilden. Die Kinder sollen vielmehr in Sodom „integriert“ werden. Deshalb haben in der Schule die schlechten Sachen höchste Priorität. Daß die Kinder, wenn auch nur mangelhaft, auch lesen, schreiben und rechnen lernen, ist mit den Getreidekörnern vergleichbar, die sich im Rattengift befinden und die die Ratten für eine gesunde Ernährung in der Tat benötigen. Doch wie den Rattenmördern die Getreidekörner lediglich als Köder dienen, um ihr tödliches Gift zu verabreichen, so dienen die Kulturtechniken lediglich als Vorwand, um die allgemeine Schulpflicht zu begründen. Daß 14,5% der Schulabgänger funktionale Analphabeten bleiben, ist für die Völkermörder ebenso zweitrangig, wie es den Rattenmördern egal ist, ob die Ratten auch die Getreidekörner fressen; Hauptsache sie nehmen das tödliche Gift auf. 

Wie damals der Befehl Hamans, die Juden umzubringen, bestehen blieb, so setzen auch die heutigen Hamans ihren Völkermord am Gottesvolk fort. Aber wie sich damals die Juden versammelt hatten, um ihre Widersacher umzubringen, so sollten auch wir den heutigen Hamans an die Gurgel springen. Der Völkermord am Gottesvolk hört nicht dadurch auf, daß wir die Kampfhandlungen einstellen. In einem Gesangbuchlied heißt es: „Kämpfet recht die wenigen Jahre, bis ihr kommt auf die Totenbahre“. Infolge eines Druckfehlers hieß es einmal in einer Gesangbuchausgabe: „Kämpfet nicht die wenigen Jahre …“. Genau das ist die Botschaft des Teufels, die unserem sündigen Fleisch gefällt. Wer nicht glaubt, daß Gott allmächtig ist und daß er handelt, der wird auch nicht kämpfen, sondern sich auf dem Breiten Weg „integrieren“, sofern er dort nicht ohnehin schon „integriert“ ist, und durch sein schlechtes Beispiel auch andere verführen, den Schmalen Weg zu verbreitern. Wenn wir – menschlich gesehen – auch keine Chance erkennen, in den Auseinandersetzungen zu bestehen, so will das Buch Esther unseren Blick erweitern. Auch wenn wir es nicht sofort erkennen: Gott handelt, er hat alle Kampfhandlungen unter Kontrolle. Möge Gott uns allen diese Gewißheit schenken.

Amen

 

 

Die Wahrheitsfrage

 

Viele sind in dem Sinne lutherisch, katholisch oder neuapostolisch, wie in Korinth die einen paulisch und die anderen apollisch waren. Man übernimmt den Glauben der Gruppe, der man angehört. Die bloße Behauptung „Luther hat gesagt“ läßt für manche einen Schriftbeweis als überflüssig erscheinen. Doch das ist nicht biblisches Christentum, sondern Papsttum. Lediglich der Papst in Rom wurde durch einen Papst in Wittenberg ausgetauscht. Denn die biblische Lehre ist: „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1. Kor. 3,11). Es heißt nicht: „… welcher ist Luther“.

Anstatt den eigenen Glauben allein aus der Schrift zu schöpfen, wurde der Glaube der „Väter“ übernommen. Dabei kam es bei jedem Generationswechsel zu scheinbar nur kleinen Veränderungen. Begünstigt durch tatsächliche Mißstände innerhalb des Luthertums wurde pietistisches Gedankengut aufgenommen. Bei der biblischen Aufforderung zum Glauben und zur Umkehr wurde das Ausmaß der menschlichen Verdorbenheit als Folge des Sündenfalls übersehen. Es wurde übersehen, daß wir nicht nur krank, sondern tot sind in Übertretung und Sünden (Eph. 2,1). Es wurde übersehen, daß wir völlig verdorben sind und daher keinen „freien Willen“ haben, mit dem wir uns für Christus „entscheiden“ könnten. Kommt es trotzdem zum Glauben und zur Umkehr, dann ist das allein das Werk Gottes, vergleichbar mit der Auferweckung eines Toten wie des toten Lazarus, der als Toter sich nicht entscheiden konnte, das Grab zu verlassen. Sondern Christus hat ihn lebendig gemacht ohne ihn vorher zu fragen, ob er überhaupt auferweckt werden will. Die Entscheidungstheologie, bei der nicht Gott allein die Rettung bewirke, sondern der durch den Sündenfall allerdings erheblich geschwächte Mensch mitwirke, führt zur Reduktion der Taufe als Bekenntnis der zuvor vollzogenen „Entscheidung“ für Christus. Da ein Neugeborener aber noch nichts bekennen kann, ist die Ablehnung der Säuglingstaufe nur konsequent. Doch die Neugeborenen werden nach wie vor getauft, denn man ist doch „Lutheraner“. Die Lehre hat sich schleichend in kleinen Schritten in Richtung zu einer baptistischen Entscheidungstheologie gewandelt. Doch die Konsequenz, keine Säuglinge mehr zu taufen, kann nicht unbemerkt gezogen werden.

Folgende Kontroverse tut sich auf: Die einen wollen sich allein auf die Schrift gründen. Weil sie diese aber nur oberflächlich verstehen, schließen sie die Neugeborenen von der Taufe aus. Die anderen taufen Säuglinge, jedoch aus den falschen Gründen. Ein falscher Grund ist die Tradition, von der man nicht lassen kann, ohne seine Identität als „Lutheraner“ aufzugeben. Ansonsten haben sie eine ähnliche Entscheidungstheologie wie die Baptisten.

Zwar werden Kinder getauft. Doch die Abwertung der Kindertaufe kommt durch die Einführung der Konfirmation zum Ausdruck. Die Konfirmation geht nicht auf Luther zurück, sondern ist eine Erfindung des Pietismus. Zwar ist nichts gegen ein Bekenntnis zu Christus einzuwenden; aber dadurch, daß die Konfirmation wie die Taufe nur einmal im Leben vollzogen wird, wird sie als Sakrament empfunden. An der kirchlichen Lehre über die Konfirmation mag nichts falsch sein; aber die Konfirmation wird so empfunden, als ob die biblische Taufe in zwei Raten gespendet werden würde, daß die Säuglingstaufe unvollständig gewesen sei und deshalb durch die zweite Rate, die Konfirmation, ergänzt werden müsse.

Die Kindertaufe besteht bis in unsere Gegenwart fort, obwohl durch die schleichende Wirkung des baptistischen Sauerteigs der Entscheidungstheologie deren biblische Grundlage zerfressen wurde. Das bedeutet, man gründet sich auf Luther, den man – abgesehen von seiner Position in der Kindertaufe – kaum kennt, oder auf irgendwelche andere „Väter“. Diese haben allerdings vieles richtig gelehrt. Doch das gilt auch für den Papst in Rom und für die Pharisäer zur Zeit Jesu. Trotzdem sagte Christus auch im Blick auf die Theologen seiner Zeit: „Ihr sollt niemand unter euch Vater nennen auf Erden“ (Matth. 23,9). Das gilt auch für „Vater Luther“, wie der Reformator in frecher Ignorierung der Worte Jesu allgemein genannt worden war. 

Daß man sich in der Tat auf Menschen gründet anstatt auf Christus allein, zeigt die Tatsache, daß es als glaubenszersetzend gewertet wird, wenn man solche Äußerungen Luthers zitiert, die er besser nicht getan hätte. Denn in Luthers Werken kann man lesen, daß der Reformator die weltliche Obrigkeit aufgefordert hatte, Wiedertäufer notfalls dem Henker zu übergeben. Da stellt sich folgende Frage: Hat Christus geboten, Irrlehrer zu verfolgen und umzubringen, oder hat er seinen Nachfolgern vorhergesagt, daß sie verfolgt und umgebracht werden? Bei richtiger Beantwortung dieser Frage fällt es schwer, sich das traditionelle Schwarz-Weiß-Bild zu eigen zu machen, wonach Luther ein Gottesmann, die Wiedertäufer aber „Teufelsboten“ seien. An die dunkle Seite der Kirchengeschichte zu erinnern wird als Werbung für die Baptisten empfunden. Doch diese Befürchtung setzt voraus, daß man sich auch auf Luther gründet anstatt auf Christus allein, daß man Luther als „Papst“ mißbraucht. Wird Luther als „Papst“ verworfen, dann sucht man sich einen anderen „Papst“, z. B. irgendeinen baptistischen Häuptling. Weil Luther für uns kein „Papst“ sein darf, deshalb habe ich es in meinem Taufbuch bewußt vermieden, seinen Namen zu erwähnen.

Natürlich lehnt es heute jeder ab, Irrlehrer umzubringen. Soll Luther aber als „Papst“ erhalten bleiben, dann muß die Geschichte erheblich gefälscht werden, dann wird aus einem Bluthund ein Glaubensheld. Das ist der Geist der Welt, der sich unterscheidet von dem „Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann“ (Joh. 14,17).  In der DDR sah ich eine Abbildung im Schulbuch, wie die Sowjetarmee bei der „Befreiung“ Berlins Essen verteilt hat. In keiner DDR-Veröffentlichung war etwas Schändliches über diese Armee der barmherzigen Samariter zu lesen. Jede Menge weiterer Beispiele aus dem Bereich der Politik ließen sich anführen. Und je mehr „Welt“ die „Gläubigen“ in sich aufnehmen, um so mehr wird der „Geist der Wahrheit“ verdrängt. Deshalb werden bei den Heiligendarstellungen der Katholiken die Fakten zwei verschiedenen Schemen angepaßt. Das eine Schema ist die größte Heiligkeit von frühester Kindheit an. Im anderen Schema erscheint der spätere Heilige als der größte Sünder, der durch die Wende vom Saulus zum Paulus zum Heiligen wird. In einem Museum habe ich das Bildnis Luthers mit Heiligenschein gesehen. Das ist der Stil katholischer Heiligendarstellungen. Ganz anders zeichnet die Bibel die Glaubenshelden: Abraham und Isaak haben in Ägypten versagt. Jakob war ein Betrüger, seine Söhne haben ihren Bruder verkauft, Juda und David haben gehurt, Jesu Jünger waren kleingläubig und haben ihren Meister verraten u. s. w. Die biblische Darstellung entspricht dem „Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann“ (Joh. 14,17). Dagegen haben die Menschen eine Botschaft. Diese ist das Kriterium, anhand dessen sie Tatsachen auswählen, erfinden, zurechtbiegen oder unterdrücken, wie sie es brauchen. Dieser Lug und Trug ist in Politik und Geschichtsschreibung gang und gäbe. Und in dem Maße, in dem sich die Gläubigen dieser sündigen Welt gleichstellen, ist auch die Kirchengeschichtsschreibung von Lug und Trug geprägt, wie nicht nur das Beispiel Luther zeigt. Das soeben dargelegte Gedankengut wird manchen befremden. Doch wer nicht zustimmen kann, hat die Möglichkeit, seine Bedenken für die nächste Ausgabe von Schwert und Kelle zu formulieren.

Die Abkehr vom „Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann“ (Joh. 14,17), führt nicht nur zu Kirchengeschichtsfälschungen, sondern macht auch jegliche Wissenschaft zum Aberglauben. Die Abkehr vom „Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann“ (Joh. 14,17), führt zur deduktiven Methode in Wissenschaft und Bibelauslegung. Das zeigt mit dankenswerter Offenheit nachfolgendes Zitat aus Weltall-Erde-Mensch, ein Buch, das die Jugendlichen in der DDR zur atheistischen Jugendweihe erhielten, einer Nachäffung der kirchlichen Konfirmation: „So müssen denn die Resultate der Naturwissenschaften durch die Erkenntnisse der Philosophie des Marxismus-Leninismus überprüft und ergänzt werden, um zu einem richtigen Bilde vom Menschen zu gelangen“. Die deduktive Methode besteht darin, daß „die Resultate der Naturwissenschaften“, die in Wirklichkeit auf einen Schöpfer hinweisen, durch das Dogma „Es gibt keinen Gott“ „überprüft und ergänzt“ – also entsprechend zurechtgebogen – werden müssen, um zu solch einem Ergebnis zu kommen, wie man es braucht. Je mehr die Menschen Gott verlieren, um so mehr wird in der „Wissenschaft“ die deduktive Vorgehensweise gang und gäbe. Da auch die Gläubigen Sünder sind, dringt die deduktive Vorgehensweise auch in die Bibelauslegung ein. Dieses Problem hat nachfolgender Text zum Gegenstand, durch den das Buch Haben die Apostel Säuglinge getauft? in der nächsten Auflage erweitert werden soll. 

 

 

Fortsetzug des Büchleins Haben die Apostel Säuglinge getauft?

Warum Baptisten nicht zustimmen

 

In dem Bemühen, unter dem Wort zu stehen, wurden einzelne Schriftaussagen zusammengetragen in der Hoffnung, daß sich die biblische Lehre über die Taufe erschließt. Diese Vorgehensweise ist als „induktiv“ zu bezeichnen und ist keineswegs selbstverständlich. Gang und gäbe ist aber eine „deduktive“ Vorgehensweise. Man hat eine Meinung, von der man meint, sie sei der Bibel entnommen. Diese vorgegebene Auffassung dient als Brille, um die einzelne Bibelstelle zu betrachten. Dabei wird sie häufig entsprechend zurechtgebogen oder, wenn dies nicht gelingen will, einfach ignoriert. Reformierte Theologen geben manchmal ganz offen zu: Von der Bibel zum theologischen System, und von diesem System zur einzelnen Bibelstelle. 

Die deduktive Methode, Tatsachen nach einer vorgegebenen angeblich biblischen Theologie zurechtzubiegen, findet man schon bei den Pharisäern. An einem Sabbat hatte Christus in Jerusalem einen Blindgeborenen sehend gemacht (Joh. 9,14). Da der Sabbat eindeutig von Gott als Ruhetag verordnet war, hatten Jesu Gegner einen Vorwand, Christus abzulehnen (Joh. 9,16). Der Kunde vom Wunder wollte man durch die Behauptung begegnen, daß der Blindgeborene und der Sehende verschiedene Menschen seien (Joh. 9,18). Doch sowohl er selbst als auch seine Eltern bezeugten, daß es sich um ein- und dieselbe Person handelt. Doch die Juden ließen sich in ihrem deduktiven Denken nicht durch Tatsachen korrigieren: „Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist“ (Joh. 9,24). Doch der Blindgeborene stellt induktiv folgende Tatsache fest: „Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: daß ich blind war und nun sehend“ (Joh. 9,25). Auf die erneute Frage, wie Jesus die Augen aufgetan hat, antwortete der Blindgeborene: „Was wollt ihr’s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?“ (V.27). Auf diese Beleidigung hin schmähten sie ihn und sprachen: „Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht“ (V. 28f). Während die Juden aufgrund ihrer deduktiven Schlußfolgerungen die Tatsache des Wunders ausblendeten, stellte der Blindgeborene in induktiver Weise fest: „Das ist verwunderlich, daß ihr nicht wißt, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan. Wir wissen, daß Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. Von anbeginn der Welt hat man nicht gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun“ (Joh. 9,30-33). Diese Tatsachen konnten die Juden nicht entkräften. Aber weil sie deduktiv dachten, ließen sie sich nicht durch dieselben korrigieren, sondern schalteten auf Personenbeschimpfung um: „Du bist ganz in Sünden geboren und belehrst uns?“ (V. 34). Konnten sie die Tatsachenfeststellung des Blindgeborenen nicht widerlegen, so diente dessen lediglich behauptete Sündhaftigkeit als Vorwand, die unbequemen Aussagen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen.

Die deduktive Vorgehensweise der Juden war folgende: Die Sabbatruhe war von Gott geboten. Folglich müsse Jesus ein Sünder sein. Ein bisher noch nie geschehenes Wunder durch einen Sünder? Derartige Argumentationsnöte lassen sich nicht vermeiden, da jedes Lügensystem innere Widersprüche hat. Das Können der Gelehrten besteht darin, ihre Gedankensysteme so zu gestalten, daß sie mit möglichst wenig inneren Widersprüchen auskommen. Doch die Blindenheilung geschah zu plötzlich, so daß die Feinde Jesu recht unbeholfen reagierten.

Auch in der baptistischen Theologie gibt es innere Widersprüche. Angeblich würde in der Taufe nichts geschehen. Sie sei lediglich ein Bekenntnis des Täuflings. Da ein Neugeborener aber nichts bekennen kann, sei dessen Taufe keine Taufe im biblischen Sinne. Wer nur als Säugling getauft worden war, gilt nicht als Bruder in Christus, auch wenn er seinen Glauben öffentlich bekennt. Da stellt sich die Frage: Welchen Unterschied macht die angeblich fehlende Taufe, wenn in ihr ohnehin nichts geschähe?

Von vielen Bibelstellen, die Gottes Handeln in der Taufe bezeugen, wird bestritten, daß sie überhaupt von der Taufe handeln. Doch von Röm. 6,4 kann man dies ebensowenig bestreiten, wie man bestreiten kann, daß Jesus einen Blindgeborenen sehend gemacht hat. Denn dort kommt das Wort „Taufe“ vor: „So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod“. Weil diese Aussage sich nicht in das System der baptistischen Tauflehre einfügen läßt, deshalb wird sie ignoriert.

Anknüpfungspunkt für die baptistische Entscheidungstheologie sind die vielen Bibelstellen, in denen wir aufgefordert werden, Buße zu tun, umzukehren, an Jesus als unseren Retter zu glauben und ein neues heiliges Leben in seiner Nachfolge zu führen. Aus diesen Aufforderungen wird mit menschlicher Klugheit geschlußfolgert, daß wir bei der geforderten Wende mitwirken könnten, zumindest zu einem ganz minimalen Anteil. Denn ansonsten seien diese Aufforderungen sinnlos. Der in diesem Büchlein (S. 74) gegebene Hinweis, daß Jesu Worte das bewirken, wozu sie auffordern, so daß Lahme gehen, Blinde sehen und der tote Lazarus das Grab verläßt, prallt ab. Dieser Hinweis wird deshalb ignoriert, weil er sich nur schwer in das vorgegebene System der Entscheidungstheologie einfügen läßt. Besonders der Hinweis auf die Auferweckung des Lazarus sei ein unpassendes Bild dafür, daß Jesus geistlich Tote lebendig macht. Wenn es in Eph. 2,1 heißt: „Ihr wart tot in Übertretung und Sünden“, dann wird „tot“ nicht im Sinne von völlig tot verstanden, sondern im Sinne einer erheblichen Schwächung, bei der ein Rest des „freien Willens“ erhalten geblieben sei. Daß wir auch nach dem Sündenfall einen wenn auch erheblich geschwächten „freien Willen“ hätten, wird nirgendwo in der Bibel gelehrt; sondern in deduktiver Weise muß ein „freier Wille“ vorausgesetzt werden, damit eine Entscheidungstheologie überhaupt erst möglich wird. Aus der Tatsache, daß Christus uns auffordert umzukehren und an ihn zu glauben, wird geschlußfolgert, daß wir einen (wenn auch erheblich geschwächten) „freien Willen“ hätten, der es uns ermöglichen würde, uns mit Gottes Hilfe für Christus zu „entscheiden“. Inkonsequent ist es, daß kein Baptistenpastor behauptet, daß Lahme gehen und Blinde sehen könnten. Den Christus hatte solche Menschen aufgefordert, genau das zu tun. Damit setzt Jesus voraus – so sollten Baptistenpastoren konsequenterweise predigen – daß Lahme gehen und blinde sehen können.

Wer induktiv an die Bibel herangeht, der registriert die Tatsache, daß das in der baptistischen Verkündigung zentrale Wort „Entscheidung“ in der Heiligen Schrift nicht vorkommt. Doch diese Tatsache wird von deduktiv denkenden Theologen ignoriert, da ein vorgegebenes System die Entscheidungsmöglichkeit erfordert. Die gedankliche Alternative wäre die doppelte Prädestination. Das heißt, Gott bestimmt den einen Menschen für den Himmel und den anderen für die Hölle vor, ohne daß der Betroffene an seinem vorherbestimmten Schicksal etwas ändern könnte. Dadurch wird Gott die Schuld für die Verdammnis des Sünders angelastet – ein höchst gotteslästerlicher Gedanke, der der Botschaft von der Liebe Gottes zu den Sündern widerspricht als auch der Bibellehre, daß Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Tim. 2,4).

Zu dem Dilemma, sich zwischen doppelter Prädestination und „freien Willen“ entscheiden zu müssen, kommt es, wenn man im Geiste einen Standpunkt einnimmt, von dem aus man hinter die Kulissen schauen will um zu erkennen, warum Gott so und nicht anders handelt. Unser Standpunkt soll aber der unter dem Wort sein. Wir sollen seine Forderungen an uns und seine Verheißungen für uns erkennen. Wie im einzelnen im Jüngsten Gericht entschieden wird und warum, das soll nicht unser Problem sein. Was wir wissen müssen um selig zu werden, hat er uns offenbart. Den Inhalt seiner Botschaft sollen wir induktiv erkennen und danach leben. Daß wir in unserer Begrenztheit vieles nicht verstehen, darf kein Grund sein, sein Wort so zurechtzubiegen, daß es unserer fälschlich sogenannten Vernunft nicht allzusehr widerspricht.

Unsere Position gegenüber Gott ist in folgender Formulierung eines Kirchenlides treffend beschrieben: „nichts hab’ ich zu bringen, alles, Herr, bist du“. Dem stimmen auch Baptisten zu; allerdings würden sie das „nichts“ gerne abschwächen. Gegenüber den Großtaten Gottes sei unsere durch einen Rest des „freien Willens“ ermöglichte „Entscheidung“ fast nichts. Doch dadurch, daß sich Verkündigung und Bewußtsein der Gläubigen auf das „Wenige“ richten, wird der Blick von dem abgewendet, was Gott tut. Es entsteht der Eindruck, der Mensch bekehre sich, „entscheide“ sich für Christus, und Gott habe ihm lediglich dabei geholfen. Wenn der Apostel Paulus schreibt: „denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt“ (Röm. 7,18), dann wird aus dem vorgegebenen theologischen Lehrgebäude in deduktiver Weise geschlußfolgert, daß das „nichts“ nicht den Rest von „freiem Willen“ einschließen würde. Wer induktiv die Bibel betrachtet, der stellt fest, daß in dem größten und eifrigsten Heidenmissionar aller Zeiten „nichts Gutes“ wohnte. Induktive Bibelauslegung wäre auch festzustellen, daß dieser Eiferer für Christus nicht nur in der deutschen Übersetzung, sondern auch im griechischen Urtext nicht etwa über seine Vergangenheit, sondern über seine Gegenwart schreibt: „Ich bin fleischlich, unter die Sünde verkauft“ (Röm. 7,14). Die Frage, ob der Mensch auch nach dem Sündenfall einen „freien Willen“ hat, ist anhand dieser und anderer Bibelstellen zu beantworten. Es wäre keine Auslegung, sondern eine Einlegung, würde man die behauptete Willensfreiheit beim Betrachten des Gotteswortes voraussetzen. 

Bei den Meinungsverschiedenheiten mit den Baptisten geht es um die Frage: Wer bin ich, der Gott gegenübersteht. Die baptistische Sicht zeigt treffend eine geistliche Betrachtung von Pfarrer Ulrich Parzany in einer weltlichen Zeitung. Ohne den Sündenfall zu erwähnen, schreibt er, daß Gott uns Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Weiter heißt es: „Wenn Jesus Menschen begegnet, wird klar, wer sie sind. Bei dem Fischer Simon am See Genezareth z. B. leiht er sich das Fischerboot aus und gebraucht es als schwimmende Kanzel. Die erste Erfahrung, die Simon in der Begegnung mit Jesus macht, ist: Er braucht mich. Ich kann was. Ich habe etwas zu geben. Jesus verleiht ihm damit Menschenwürde. So ist es eigentlich immer, wenn Jesus in Kontakt mit einem Menschen kommt. Heute meinen viele, sie seien überflüssig wie Abfall. Durch Jesus will Gott jeden spüren lassen: Ich brauche dich, ich habe dich begabt, ich liebe dich“. Der allmächtige Schöpfer der Welt ist von Petrus abhängig, nur weil er dessen lumpiges Fischerboot „braucht“? Der sündige Mensch als Partner oder gar Mitarbeiter Gottes? Hier wird der Größenunterschied von Schöpfer und Geschöpf in seinem Ausmaß verkannt. Kein Wunder, wenn man das, was in Bibelübersetzungen unglücklich als „Bund“ wiedergegeben wird, als Übereinkunft zwischen Gott und Mensch versteht, als ob sie zwei Partner sein könnten. Wiederholt habe ich gehört, ein „Bund“ sei eine Vereinbarung zwischen zwei Beteiligten. Von diesem Vorverständnis aus wird in deduktiver Weise auf den Gottes„bund“ mit den Menschen geschlossen. Die induktive Entfaltung dieses Themas ist in dem Abschnitt „Wer schließt den ‚Bund’?“ (S. 64ff des Buches Haben die Apostel Säuglinge getauft?) stößt bei dem verfestigten und nicht hinterfragten Vorverständnis auf taube Ohren. Mir sagte jemand: Wenn ich eine Frau heirate, dann tue ich es nicht, wenn sie noch im Wickelkissen liegt, sondern wenn sie alt genug ist, daß ich sie fragen kann, ob sie zur Ehe bereit ist. Dieser Vergleich zeigt, daß unter der Voraussetzung der Entscheidungstheologie die Säuglingstaufe als Unding empfunden werden muß. Zurück zu Parzany: „Er braucht mich. Ich kann was. Ich habe etwas zu geben“. Es ist offenkundig, daß das von einem Neugeborenen nicht gesagt werden kann.  „Nichts hab’ ich zu bringen, alles, Herr, bist du“. Das gilt sogar für den Apostel Paulus, der von sich demütig bekannte: „Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft“ (Röm. 7,14) und „Ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt“ (Röm. 7,18). Ganz anders klingen dagegen die Worte von Pfarrer Parzany: „Er braucht mich. Ich kann was. Ich habe etwas zu geben. Jesus verleiht ihm damit Menschenwürde“. Nirgendwo im Gotteswort lesen wir etwas von Menschenwürde. Menschenwürde ist vielmehr die Botschaft des Teufels, die uns die Demut rauben will, damit wir nicht erkennen, daß wir durch und durch Sünder sind, in Sünden empfangen und geboren (Ps. 51,7), daß wir fleischlich sind, unter die Sünde verkauft und daß in uns nichts Gutes wohnt. Und weil wir keine andere „Würde“ haben als allein die, daß wir der ewigen Verdammnis „würdig“ sind, deshalb können wir nicht als potentielle Partner vor Gott treten, auf die der allmächtige Gott in irgendeiner Weise angewiesen wäre. Wir sind vielmehr Bittsteller. Und meine Unfähigkeit und Verdorbenheit ist derart allumfassend, daß selbst eine derartige Bitte nur von Gott gewirkt sein kann, der in uns wirket „das Wollen und das Vollbringen nach seinem wohlgefallen“ (Phil. 2,12). Zwar werden wir in der Schrift zur Umkehr und zum Glauben aufgefordert, und das sogar viel häufiger, als wir über unsere Unfähigkeit belehrt werden, derartigen Aufforderungen nachzukommen. Die häufigeren Aufforderungen bedeuten aber nicht, daß wir einen Rest von Willensfreiheit hätten, mit dem wir uns für Christus „entscheiden“ könnten. Sie zeigen vielmehr, daß wir wegen unserer Sündhaftigkeit den Ruf zur Umkehr und zum Glauben nötig haben. Hört jemand auf Jesu Ruf, so soll er das nicht sich selbst als „Verdienst“ zurechnen, als Resultat seiner „Entscheidung“, sondern er soll vielmehr demütig Gott dafür danken, daß er ihn „ohne all sein Verdienst und Würdigkeit“ „erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels“ (frei nach Luther).  

 

1  Z. B. der Nichtannahmebeschluß mit dem Az.: 1 BvR 436/03 und der Nichtannahmebeschluß mit dem Aktenzeichen 2 BvR 1693/04.

2 Bundesverfassungsgerichtsentscheidung 47, S. 52.

3 Dr. Martin Luthers Sämmtliche Schriften, 2. Auflage, herausgegeben von Georg Walch, St. Louis, Mo., USA 1880-1910, Nachdruck Groß Oesingen 1987, Band 7, Spalte 627. Im folgenden abgekürzt: Walch2. Oder: Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe 32. Band, Weimar, S. 507. Im folgenden abgekürzt: WA. Die Luthertexte sind nach Walch2 zitiert. Diese Fassung ist leichter lesbar als Texte in Luthers Originalrechtschreibung. Der Nachdruck von 1987 ist in lutherischen Kreisen weit verbreitet, so daß jeder in bibeltreuen lutherischen Kreisen jemanden kennen sollte, der diese Ausgabe hat. Die Nachprüfbarkeit für jedermann ist deshalb wichtig, weil die nachfolgenden Lutherzitate von Blut triefen, so daß man es nicht für möglich halten sollte, daß sie tatsächlich von Luther stammen könnten. Die Originalrechtschreibung kann in der Weimarer Ausgabe (WA), nach der Luther in wissenschaftlichen Veröffentlichungen zitiert wird, nachgesehen werden. Einsehen kann man diese in Bibliotheken Theologischer Fakultäten. Da das für viele zu umständlich ist, deshalb wird Luther hier an erster Stelle nach der zweiten Auflage von Walch zitiert. Und Walch2 Band 13a, Spalte 191-193 oder WA 52, S. 134f.; Phil. Melanchthons Bedenken, daß weltliche Obrigkeit schuldig sei, den Wiedertäufern mit leiblicher Strafe zu wehren, Anno 1536. (Luther war ein Mitverfasser), Walch2 Band 20, Spalte 1753 oder WA50, S. 10f. Mit „Meister Hans“ ist der Henker gemeint.

4 D. Martin Luthers Brief an Eberhard von der Tannen, von den Schleichern und Winkelpredigern, Anfang 1532, Walch2, Band 20, Spalte. 1666 oder WA 30, S. 518f.

5 Alle Auflagen ab 1967, S. 217, rechte Spalte.

6 So schreibt Bullinger (1504-1577): „Wo es die Sinnlosigkeit nicht aus Gründen der Vernunft, sondern der Frömmigkeit, der Widerspruch mit den Schriften und den Artikeln des Glaubens erzwingt, sagen, bekräftigen und behaupten wir, daß es fromm, ja notwendig ist, vom Buchstaben und der Einfachheit der Worte zu weichen“ (zitiert in  Ernst Koch, Die Theologie der Confessio Helvetica posterior, Neukirchen 1968, S. 301). Auch Ebrard (1818-1888) rechtfertigt das Mittel der „systematischen Deduction“, um die Lehre zu entfalten (Johannes Lerle, Grundzüge der Theologie Ebrards, Erlangen 1988, S. 72 und 211f).

7 Im Zerrspiegel, in: Bildwoche Nr. 49, 30. Nov. 1995, S. 36.

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